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  Ezelheimer
  1900-1945
  1945-1980
  1980 bis heute
 
 
   
   
   
   
 

1960 gab es in Ezelheim noch 24 Milchviehhalter, 1980 war schon fast die Hälfte weg. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren es noch fünf. In der nahen Zukunft werden es vielleicht noch zwei sein.

Einzelne Betriebe geben meist im Zuge des Generationenwechsels auf. Die Felder werden von aktiven Betrieben übernommen. In den 80er Jahren war es ein Wettlauf um an die Pachtfelder zu kommen. Das ist nun anders.

Die Preise der landwirtschaftlichen Produkte befinden sich nun nach 2000 im freien Fall. Seitdem Zusammenschluss Europas haben nur noch größere Betriebe die Chance weiter zu bestehen. 50ha Ackerfläche, 50 Kühe und 1000 Mastplätze für Schweine gelten nun als Minimum.

Vergleiche von Erzeugerpreisen der einzelnen Epochen zeigen deutlich den Verfall. Einnahmen sinken drastisch, Ausgaben für Dünger, Maschinen und Dienstleistungen steigen drastisch. Wo das wohl noch hinführt? Noch mehr Strukturwandel?

Glücklicherweise gibt es seit cirka 25 Jahren in Sugenheim, Markt Bibart und Scheinfeld verschiedene Fabriken, welche die frei werdenden Arbeitskräfte auffingen.

Weitere Veränderungen? Der Dorfkern verödet allmählich. Alte Menschen die sich alltäglich zu einem Schwatz treffen gibt es kaum noch. Der Fernseher hat alles unter Kontrolle.

Das Dorf ist aber auch etwas gewachsen. Einige Häuser würden gebaut. Die Einwohnerzahl bleibt in etwa konstant. Dies ist sehr erfreulich.

Aber was wird aus den landwirtschaftlichen Gebäuden, wenn in den nächsten 10 Jahren noch mehr aufgegeben wird? Jetzt ist noch alles im sehr guten Zustand. Aber wie sieht es in 10 Jahren aus? Unsere jetzt noch sehr schönen Dörfer sind dann vielleicht kein so schöner Anblick mehr.

Nach 2000 gab es noch den Neubau einiger Häuser am östlichen Dorfrand. Die Familie Hernandez und Günther Thomas hatten schon etwas früher gebaut. Es kamen dann noch Martin Kistner, Thomas Reuther und Klaus Brehm dazu. Damit wird dann die Erweiterung wohl abgeschlossen sein obwohl es in dieser Lage noch einige ausgewiesene Bauplätze gibt. Die Einwohnerzahl beläuft sich derzeit auf 170.

Im Gegensatz zu den aufstrebenden Weinorten Ingolstadt und Krassolzheim gibt es in Ezelheim keine zukunftsweisenden Veränderungen.

Außer der Landjugend, die wie schon erwähnt in einem Raum der ehemaligen Kinderschule sich niedergelassen hat, gibt es keine Vereine. Die Dorffrauen organisieren immer am zweiten Sonntag im August das sogenannte Brunnenfest, das immer regen Zulauf, auch von ehemaligen Ezelheimern hat. Dann gibt es noch ein Grillfest (das die Landjugend organisiert).

Kulturell gibt es fast keine Veranstaltungen. Durch die Medien gibt es nur noch wenige Gemeinsamkeiten. Wir haben zwar noch zwei Dorfwirtshäuser, meistens aber bleibt jeder daheim in seinen vier Wänden. Die Welt kommt via Fernsehen ins Haus und unterbindet das gemeinschaftliche Dorfleben.

Nun im Jahre 2009 haben wir eine erneute Flurbereinigung, um dass Bewirtschaften der Felder zu erleichtern. Die paar noch aktiven Bauern kämpfen ums Überleben im vereinten Europa.

 
 

Hartwig Distler
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