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1960 gab es in Ezelheim noch
24 Milchviehhalter, 1980 war schon fast die Hälfte weg. Am Ende des 20.
Jahrhunderts waren es noch fünf. In der nahen Zukunft werden es
vielleicht noch zwei sein.
Einzelne Betriebe geben
meist im Zuge des Generationenwechsels auf. Die Felder werden von aktiven
Betrieben übernommen. In den 80er Jahren war es ein Wettlauf um an die
Pachtfelder zu kommen. Das ist nun anders.
Die Preise der
landwirtschaftlichen Produkte befinden sich nun nach 2000 im freien Fall.
Seitdem Zusammenschluss Europas haben nur noch größere Betriebe die
Chance weiter zu bestehen. 50ha Ackerfläche, 50 Kühe und 1000 Mastplätze
für Schweine gelten nun als Minimum.
Vergleiche von
Erzeugerpreisen der einzelnen Epochen zeigen deutlich den Verfall.
Einnahmen sinken drastisch, Ausgaben für Dünger, Maschinen und
Dienstleistungen steigen drastisch. Wo das wohl noch hinführt? Noch mehr
Strukturwandel?
Glücklicherweise gibt es
seit cirka 25 Jahren in Sugenheim, Markt Bibart und Scheinfeld
verschiedene Fabriken, welche die frei werdenden Arbeitskräfte auffingen.
Weitere Veränderungen? Der
Dorfkern verödet allmählich. Alte Menschen die sich alltäglich zu einem
Schwatz treffen gibt es kaum noch. Der Fernseher hat alles unter
Kontrolle.
Das Dorf ist aber auch etwas
gewachsen. Einige Häuser würden gebaut. Die Einwohnerzahl bleibt in etwa
konstant. Dies ist sehr erfreulich.
Aber was wird aus den
landwirtschaftlichen Gebäuden, wenn in den nächsten 10 Jahren noch mehr
aufgegeben wird? Jetzt ist noch alles im sehr guten Zustand. Aber wie
sieht es in 10 Jahren aus? Unsere jetzt noch sehr schönen Dörfer sind
dann vielleicht kein so schöner Anblick mehr.
Nach 2000 gab es noch den
Neubau einiger Häuser am östlichen Dorfrand. Die Familie Hernandez und Günther
Thomas hatten schon etwas früher gebaut. Es kamen dann noch Martin
Kistner, Thomas Reuther und Klaus Brehm dazu. Damit wird dann die
Erweiterung wohl abgeschlossen sein obwohl es in dieser Lage noch einige
ausgewiesene Bauplätze gibt. Die Einwohnerzahl beläuft sich derzeit auf
170.
Im Gegensatz zu den
aufstrebenden Weinorten Ingolstadt und Krassolzheim gibt es in Ezelheim
keine zukunftsweisenden Veränderungen.
Außer der Landjugend, die
wie schon erwähnt in einem Raum der ehemaligen Kinderschule sich
niedergelassen hat, gibt es keine Vereine. Die Dorffrauen organisieren
immer am zweiten Sonntag im August das sogenannte Brunnenfest, das immer
regen Zulauf, auch von ehemaligen Ezelheimern hat. Dann gibt es noch ein
Grillfest (das die Landjugend organisiert).
Kulturell gibt es fast keine
Veranstaltungen. Durch die Medien gibt es nur noch wenige Gemeinsamkeiten.
Wir haben zwar noch zwei Dorfwirtshäuser, meistens aber bleibt jeder
daheim in seinen vier Wänden. Die Welt kommt via Fernsehen ins Haus und
unterbindet das gemeinschaftliche Dorfleben.
Nun im Jahre 2009 haben wir
eine erneute Flurbereinigung, um dass Bewirtschaften der Felder zu
erleichtern. Die paar noch aktiven Bauern kämpfen ums Überleben im
vereinten Europa.
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