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Bis zur Währungsreform 1948
gab es noch viele Mängel. Das Tauschgeschäft blühte auch hier. Hunger
musste hier im Dorf im und auch nach den Krieg niemand leiden. Das Leben
war allerdings einfacher und sparsamer als jetzt im 21. Jahrhundert. In
den Jahren 1945 – 1950 hatte Ezelheim aufgrund des Zustromes von Flüchtlingen
etwas mehr Einwohner.
Jedes bewohnbare Zimmer
wurde beschlagnahmt, wenn es die eingesessene Familie entbehren konnte. Im
Ganzen war das Leben im Dorf durch die Neubürger positiv lebendiger. Das
Fehlen der Infrastruktur führte dazu, dass, viele in andere Gebiete zogen
(Nürnberg und Baden Württemberg). Nun gehörte das Dorf wieder den
Einheimischen. Es wurde wieder zum typischen fränkischen Bauerndorf.
Der Krieg ist nun einige
Jahre vorbei – damit auch die Hungerjahre und die Jahre des
allgemeinen Mangels. Es geht langsam wieder aufwärts. Ich erinnere mich
noch an das schlimme Dürrejahr 1947. Besonders für die Landwirtschaft
war es sehr schwierig, weil das Futter für das Vieh fehlte. Wegen des großen
Mangels wurden die Tiere auf die Wiesen getrieben – dies ist für
unser Gebiet ganz außergewöhnlich.
Während des Krieges und
nach dem Krieg kamen Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Sudetenland und
aus Schlesien in das Dorf. Jeder einigermaßen bewohnbare Raum wurde
belegt. Es galt zusammen zu rücken. Die Neubürger belebten das Dorf
wirtschaftlich und kulturell.
Die Bewohner von Ezelheim
lebten bis auf ein paar handwerklicher Betriebe und kleinen Läden, von
der Landwirtschaft. Das Dorf hatte einen Hufschmied, einen Wagner und später
auch noch eine Werkstadt mit Tankstelle. Allmählich setzte die
Mechanisierung und der Kraftverkehr ein.
Es gab zwei Gemischtwarnläden
(Sturm und Rückerts Sofie). Der Bruder arbeitete noch einige Jahre nach
dem Krieg als Herrenschneider (Martin Rückert).
Es gab dann auch noch einen
Laden für Haushaltswaren und Werkzeug (Friedrich Sturm). Zu dieser Zeit
gab es noch landwirtschaftliche Betriebe mit Milchvieh-Haltung. Auch
Betriebe mit nun 10ha konnten noch von der Landwirtschaft leben. Die
Viehbestände wurden allmählich aufgestockt. 10 –12 Kühe waren
aber das Maximum. Das Melken geschah noch mit der Hand. Die erste
Melkmaschine kam 1955 ins Dorf. Durch Kunstdünger wurden die Erträge
gesteigert. Die Aufzucht von Ferkeln und Mastschweinen wurde ausgeweitet.
Den ersten Schlepper kaufte die Familie Himmelein im Jahr 1950.
Damit war ein entscheidender
Schritt gemacht. Die Zugtiere – Pferde, Ochsen und Kühe wurden
abgeschafft. Allmählich setzte der Bauboom ein. Zuerst wurden größere
landwirtschaftliche Gebäude erstellt. Unser damals modernster Stall im
Ehegrund wurde 1952 gebaut. Größere Mengen von Futter mussten
untergebracht werden. Der Häckselhof wurde modern. Der
landwirtschaftliche Nachwuchs besuchte Fach-Schulen.
Der Bauboom setzte sich im
Wohnbereich fort. Fast die Hälfte der Gebäude in der Dorfstraße wurde
neu gebaut. Die Einrichtung wurde modernisiert. Ein Bad war jetzt ein
Standard.
Den Anfang beim Hausbau
machte Herr Macht. Dann kamen Thomas, Gruber, Schmidt, Dürr, Pehl, Schäfer
– Twardowski, Rückert, Dürr, Distler, Göbel, Summ, Winkler und
Helmreich dazu. Die anderen Wohngebäude wurden aufgestockt und
modernisiert. Das Baugeschäft Gackstetter in Sugenheim hatte
Hochkonjunktur. Installation für Elektro, Wasser und Heizung ebenfalls.
In den Jahren 1954 bis 1955
kam auch die Flurbereinigung. Das war sehr wichtig für die immer größer
werdenden Maschinen. Im Laufe der 80er Jahre wurde es mit der Errichtung
von Fernwasser, Kanalisation und Stromverkabelung richtig modern. Hinzu
kamen auch noch das Telefon und der Fernseher.
Die Volksschule war noch bis
1965 im Dorf. Nach Zwischenstationen einzelner Klassen in den Ortsteilen
kam nach Schulneubau in Sugenheim die Errichtung einer Grundschule,
weiterführende Schulen für Hauptschüler, Realschüler, Berufsschüler
und Gymnasiasten fuhren dann entweder nach Scheinfeld oder nach Neustadt
an der Aisch. Unser Kindergarten in Ezelheim musste mangels ausreichender
Einnahmen geschlossen werden. Das markante Gebäude in der Ortsmitte ist
weitgehend nutzlos; nur ein Jugendraum und ein Versammlungsraum sind unten
untergebracht.
Im Jahr 1971 wurde die
Gebietsreform eingeführt. Zum Hauptort Sugenheim gehören die Dörfer
Ezelheim, Ingolstadt, Krassolzheim, Krautostheim , Deutenheim, Ullstadt,
Neundorf, der Weiler Rüdern und Hürfeld.
Gleichzeitig gab es
den neuen Landkreis Neustadt an der Aisch, Bad Windsheim. Ab 1974 sind wir
keine eigenständige Kirchengemeinde mehr. Letzter Pfarrer war Konrad
Sichelstiel.
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