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  Ezelheimer
  1900-1945
  1945-1980
  1980 bis heute
 
 
   
   
   
   
 

Die Jahre von 1945 - 1980

 
 

Bis zur Währungsreform 1948 gab es noch viele Mängel. Das Tauschgeschäft blühte auch hier. Hunger musste hier im Dorf im und auch nach den Krieg niemand leiden. Das Leben war allerdings einfacher und sparsamer als jetzt im 21. Jahrhundert. In den Jahren 1945 – 1950 hatte Ezelheim aufgrund des Zustromes von Flüchtlingen etwas mehr Einwohner.

Jedes bewohnbare Zimmer wurde beschlagnahmt, wenn es die eingesessene Familie entbehren konnte. Im Ganzen war das Leben im Dorf durch die Neubürger positiv lebendiger. Das Fehlen der Infrastruktur führte dazu, dass, viele in andere Gebiete zogen (Nürnberg und Baden Württemberg). Nun gehörte das Dorf wieder den Einheimischen. Es wurde wieder zum typischen fränkischen Bauerndorf.

Der Krieg ist nun einige Jahre vorbei – damit auch die Hungerjahre und die Jahre des allgemeinen Mangels. Es geht langsam wieder aufwärts. Ich erinnere mich noch an das schlimme Dürrejahr 1947. Besonders für die Landwirtschaft war es sehr schwierig, weil das Futter für das Vieh fehlte. Wegen des großen Mangels wurden die Tiere auf die Wiesen getrieben – dies ist für unser Gebiet ganz außergewöhnlich.

Während des Krieges und nach dem Krieg kamen Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Sudetenland und aus Schlesien in das Dorf. Jeder einigermaßen bewohnbare Raum wurde belegt. Es galt zusammen zu rücken. Die Neubürger belebten das Dorf wirtschaftlich und kulturell.

Die Bewohner von Ezelheim lebten bis auf ein paar handwerklicher Betriebe und kleinen Läden, von der Landwirtschaft. Das Dorf hatte einen Hufschmied, einen Wagner und später auch noch eine Werkstadt mit Tankstelle. Allmählich setzte die Mechanisierung und der Kraftverkehr ein.

Es gab zwei Gemischtwarnläden (Sturm und Rückerts Sofie). Der Bruder arbeitete noch einige Jahre nach dem Krieg als Herrenschneider (Martin Rückert).

Es gab dann auch noch einen Laden für Haushaltswaren und Werkzeug (Friedrich Sturm). Zu dieser Zeit gab es noch landwirtschaftliche Betriebe mit Milchvieh-Haltung. Auch Betriebe mit nun 10ha konnten noch von der Landwirtschaft leben. Die Viehbestände wurden allmählich aufgestockt. 10 –12 Kühe waren aber das Maximum. Das Melken geschah noch mit der Hand. Die erste Melkmaschine kam 1955 ins Dorf. Durch Kunstdünger wurden die Erträge gesteigert. Die Aufzucht von Ferkeln und Mastschweinen wurde ausgeweitet. Den ersten Schlepper kaufte die Familie Himmelein im Jahr 1950.

Damit war ein entscheidender Schritt gemacht. Die Zugtiere – Pferde, Ochsen und Kühe wurden abgeschafft. Allmählich setzte der Bauboom ein. Zuerst wurden größere landwirtschaftliche Gebäude erstellt. Unser damals modernster Stall im Ehegrund wurde 1952 gebaut. Größere Mengen von Futter mussten untergebracht werden. Der Häckselhof wurde modern. Der landwirtschaftliche Nachwuchs besuchte Fach-Schulen.

Der Bauboom setzte sich im Wohnbereich fort. Fast die Hälfte der Gebäude in der Dorfstraße wurde neu gebaut. Die Einrichtung wurde modernisiert. Ein Bad war jetzt ein Standard.

Den Anfang beim Hausbau machte Herr Macht. Dann kamen Thomas, Gruber, Schmidt, Dürr, Pehl, Schäfer – Twardowski, Rückert, Dürr, Distler, Göbel, Summ, Winkler und Helmreich dazu. Die anderen Wohngebäude wurden aufgestockt und modernisiert. Das Baugeschäft Gackstetter in Sugenheim hatte Hochkonjunktur. Installation für Elektro, Wasser und Heizung ebenfalls.

In den Jahren 1954 bis 1955 kam auch die Flurbereinigung. Das war sehr wichtig für die immer größer werdenden Maschinen. Im Laufe der 80er Jahre wurde es mit der Errichtung von Fernwasser, Kanalisation und Stromverkabelung richtig modern. Hinzu kamen auch noch das Telefon und der Fernseher.

Die Volksschule war noch bis 1965 im Dorf. Nach Zwischenstationen einzelner Klassen in den Ortsteilen kam nach Schulneubau in Sugenheim die Errichtung einer Grundschule, weiterführende Schulen für Hauptschüler, Realschüler, Berufsschüler und Gymnasiasten fuhren dann entweder nach Scheinfeld oder nach Neustadt an der Aisch. Unser Kindergarten in Ezelheim musste mangels ausreichender Einnahmen geschlossen werden. Das markante Gebäude in der Ortsmitte ist weitgehend nutzlos; nur ein Jugendraum und ein Versammlungsraum sind unten untergebracht.

Im Jahr 1971 wurde die Gebietsreform eingeführt. Zum Hauptort Sugenheim gehören die Dörfer Ezelheim, Ingolstadt, Krassolzheim, Krautostheim , Deutenheim, Ullstadt, Neundorf, der Weiler Rüdern und Hürfeld.

Gleichzeitig gab es den neuen Landkreis Neustadt an der Aisch, Bad Windsheim. Ab 1974 sind wir keine eigenständige Kirchengemeinde mehr. Letzter Pfarrer war Konrad Sichelstiel.

 
 
 

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